WCAG & BFSG · Recht & Pflicht (privat)
BFSG-Prüfung: Ist deine Website bereit?
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 – und damit stellt sich für jeden Shop- und Website-Betreiber dieselbe Frage: Betrifft mich das BFSG, und wie gut ist meine Website tatsächlich aufgestellt? Diese BFSG-Prüfung beantwortet beides in rund drei Minuten: Sie klärt die rechtliche Einordnung, testet die wichtigsten technischen Anforderungen und bewertet deine Pflichten und Prozesse – mit einer klaren Risiko-Einschätzung und konkreten Handlungsfeldern statt eines bloßen Punktwerts.
Interaktiver Selbsttest · kostenlos · ca. 3 Minuten
Der BFSG-Check: 16 Fragen, eine klare Bewertung
Rechtliche Einordnung, technischer Stand und Pflichten – am Ende schicken wir dir den Link zu deiner persönlichen Bewertung mit konkreten Handlungsfeldern per E-Mail.
Was diese BFSG-Prüfung kann – und was nicht
Der Check ist eine strukturierte Selbsteinschätzung: 16 Fragen, die exakt den Punkten folgen, an denen Websites in der Praxis scheitern – von fehlenden Alternativtexten über Tastaturfallen bis zur nicht veröffentlichten Barrierefreiheitserklärung. Jede technische Frage entspricht echten WCAG-Erfolgskriterien, die über die EN 301 549 der Maßstab des BFSG sind.
Was der Selbsttest bewusst nicht ist: eine Rechtsberatung und kein vollständiges Audit. Er ersetzt weder die juristische Prüfung von Grenzfällen (Mischangebote, Konzernstrukturen) noch einen BITV- oder WCAG-Test mit Seite-für-Seite-Prüfung aller Kriterien. Er zeigt dir aber verlässlich, wo du stehst und was zuerst dran ist – und genau das ist der Schritt, den die meisten noch vor sich haben.
Das BFSG-Gesetz in Kürze: Wer muss handeln?
Das BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) setzt den European Accessibility Act (EAA) in deutsches Recht um. Verpflichtet ist, wer Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr für Verbraucher erbringt – also weit mehr als klassische Onlineshops: auch Terminbuchung, Reservierung, Ticketverkauf, kostenpflichtige Mitgliederbereiche oder der Coaching-Vertrag per Formular. Dazu kommen besonders erfasste Branchen wie Bank- und Zahlungsdienste, Telekommunikation, Personenverkehr, E-Books und Messenger.
Die wichtigsten Eckpunkte:
| Frage | Antwort | Vertiefung |
|---|---|---|
| Seit wann gilt das Gesetz? | 28. Juni 2025, ohne allgemeine Schonfrist für neue Angebote | BFSG einfach erklärt |
| Wer ist ausgenommen? | Kleinstunternehmen (unter 10 Beschäftigte und max. 2 Mio. € Umsatz) bei Dienstleistungen; reine B2B-Angebote; reine Info-Websites | Ausnahmen, Fristen & Bußgeld |
| Welcher Standard zählt? | EN 301 549, im Kern die WCAG 2.1 auf Stufe AA | Kriterien-Referenz (A & AA) |
| Was droht bei Verstößen? | Anordnungen der Marktüberwachung, Bußgelder bis 100.000 €, im Ernstfall Untersagung – plus Abmahnrisiko | Fristen & Bußgeld |
| Öffentliche Stelle? | Dann gilt der strengere öffentliche Rechtsstrang (BGG/BITV), nicht das BFSG | Pflichten öffentlicher Stellen |
Ob das Gesetz für dich gilt, klärt der erste Teil der Prüfung oben – wer es lieber ohne Formular mag, findet die gleiche Systematik als reine Entscheidungshilfe im BFSG-Check „Betrifft mich das Gesetz?“.
BFSG-Checkliste: Diese Punkte prüft der Check
Die technischen Fragen der Prüfung sind zugleich eine kompakte BFSG-Checkliste. Wer alle Punkte mit „Ja“ beantworten kann, hat die häufigsten Beschwerde- und Abmahngründe abgeräumt:
| Prüfpunkt | WCAG | Leitfaden |
|---|---|---|
| Alternativtexte für informative Bilder | 1.1.1 | Alt-Texte schreiben |
| Komplette Tastaturbedienung, sichtbarer Fokus | 2.1.1, 2.4.7 | Tastatur & Fokus |
| Farbkontraste (4,5:1 Text, 3:1 UI) | 1.4.3, 1.4.11 | Farbkontraste |
| Formulare: Labels + zugängliche Fehlermeldungen | 3.3.1, 3.3.2 | Fehlermeldungen barrierefrei |
| Überschriften-Hierarchie & semantisches HTML | 1.3.1 | Überschriften-Hierarchie |
| Untertitel & Transkripte für Medien | 1.2.2 | Untertitel & Transkripte |
| 200 % Zoom & Reflow ohne Verluste | 1.4.4, 1.4.10 | Reflow & Zoom |
| Verständliche Linktexte | 2.4.4 | Linkzweck im Kontext |
| Automatische Tests + Screenreader-Probe | – | Selbst testen |
| Barrierefreiheitserklärung, Feedback, Verantwortung | – | Erklärung erstellen |
Die ausführliche Variante mit allen Detail-Schritten – inklusive Onlineshop- Spezifika wie Checkout, Produktfiltern und Captchas – steht in der großen BFSG-Checkliste für Websites und im Leitfaden für Onlineshops.
Vom Selbsttest zum BFSG-Audit
Für die meisten Websites ist der sinnvolle Weg dreistufig:
- Selbsttest (diese Seite): In Minuten wissen, ob du betroffen bist und wo die größten Lücken liegen. Kostenlos, ohne Vorwissen.
- Strukturierte Eigenprüfung: Mit automatischen Tools und manuellen Checks die Befunde verifizieren und Komponente für Komponente beheben – Tastatur-Durchlauf und ein kurzer Screenreader-Test inklusive.
- Externes BFSG-Audit: Wenn Konformität belegt werden soll (etwa für die Barrierefreiheitserklärung, Ausschreibungen oder nach einer Beschwerde), prüft ein Audit nach BITV-Test-Systematik oder WCAG-EM repräsentative Seiten gegen alle Kriterien der EN 301 549.
Ein Audit ohne vorherige Eigenprüfung ist selten wirtschaftlich: Es dokumentiert dann vor allem Mängel, die du selbst in einem Nachmittag hättest finden können. Umgekehrt gilt: Wer Selbsttest und Eigenprüfung sauber durchläuft, macht das Audit kürzer, günstiger – und besteht es eher.
Fristen, Bußgeld, Abmahnungen: Warum jetzt?
Das BFSG ist seit dem 28. Juni 2025 in Kraft – neue Websites, Shops und Dienstleistungen müssen seitdem barrierefrei sein. Die oft zitierte Übergangsfrist bis zum 27. Juni 2030 betrifft nur eng umrissene Fälle wie bereits vor dem Stichtag geschlossene Dienstleistungsverträge und Selbstbedienungsterminals, nicht den laufenden Webauftritt. Details und Sonderfälle: Ausnahmen, Fristen & Bußgeld.
Der Druck steigt seither von drei Seiten: Die Marktüberwachungsbehörden können Nachbesserung anordnen, Bußgelder bis 100.000 € verhängen und Dienstleistungen untersagen. Mitbewerber und Verbände mahnen seit Sommer 2025 sichtbar ab – fehlende Barrierefreiheit lässt sich von außen leicht belegen. Und auf EU-Ebene wächst der Umsetzungsdruck auf Deutschland, sodass mit weniger, nicht mehr Nachsicht zu rechnen ist. Wer jetzt priorisiert nachbessert, arbeitet die Liste in Ruhe ab statt unter Fristsetzung.
Häufige Fragen zur BFSG-Prüfung
Was kostet die Prüfung – und was passiert mit meinen Daten?
Der Check ist kostenlos. Die Auswertung bekommst du gegen deine E-Mail-Adresse; gespeichert werden Adresse, Antworten und Ergebnis (Details in der Datenschutzerklärung). Abmelden kannst du dich jederzeit mit einem Klick.
Ist das Ergebnis rechtssicher?
Nein – und das behauptet auch niemand seriös von einem Online-Check. Die Prüfung bildet die Systematik des Gesetzes und die zentralen WCAG-Anforderungen verlässlich ab, ersetzt aber weder Rechtsberatung im Einzelfall noch ein vollständiges Audit. Sie ist der schnellste Weg zu einer belastbaren Standortbestimmung.
Ich bin nicht betroffen – kann ich das Thema abhaken?
Rechtlich vielleicht, praktisch selten: Barrierefreiheit bleibt Reichweiten- und Qualitätsfaktor, der Anwendungsbereich der Gesetze wächst, und der nächste Relaunch mit Buchungsfunktion macht aus der Info-Website ein erfasstes Angebot.
Mein Shop läuft über Shopify, WooCommerce & Co. – reicht das Theme?
Verantwortlich bist du als Anbieter, nicht der Baukasten. Viele Themes sind besser geworden, aber Produktbilder ohne Alt-Texte, unbeschriftete Filter und unzugängliche Checkouts bleiben deine Baustelle – der Onlineshop-Leitfaden zeigt die typischen Punkte.
Was mache ich mit dem Ergebnis?
Die Auswertung sortiert deine Handlungsfelder nach Dringlichkeit und verlinkt zu jedem Punkt den passenden Leitfaden. Danach: Erklärung veröffentlichen, Feedback-Weg einrichten, Barrierefreiheit im Update-Prozess verankern – und bei Bedarf eine fachliche Prüfung anschließen.
Fazit
Die BFSG-Prüfung nimmt dir die zwei Fragen ab, die seit Juni 2025 zehntausende Website-Betreiber umtreiben: Gilt das Gesetz für mich? und Wie weit bin ich? Drei Minuten Selbsttest liefern eine ehrliche Bewertung, eine priorisierte Checkliste und den Fahrplan Richtung Audit – und jeder Handlungspunkt führt direkt zum passenden Leitfaden auf dieser Seite. Barrierefreiheit ist kein Projekt, das man „bestehen“ muss, sondern der Normalzustand einer guten Website: Der beste Zeitpunkt anzufangen ist jetzt.