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Glossar

Fachsprache soll erklären, nicht aussperren. Dieses Glossar sammelt die Begriffe, die auf dieser Seite immer wieder auftauchen, und erklärt sie in ein, zwei Sätzen. Jeder Eintrag verlinkt auf den Artikel, der ihn ausführlich behandelt.

Ich habe die Begriffe nach Themen geordnet statt streng alphabetisch, weil sie sich in der Praxis genau so zusammenballen – wer „ARIA“ nachschlägt, will meist auch „Rolle“ und „Live-Region“ gleich daneben finden. Und weil ein Glossar der Musterfall für das ist, was HTML als Beschreibungsliste (<dl>) anbietet, ist diese Seite auch genau so ausgezeichnet. Mache ich konsequent so – Semantik fängt bei den eigenen Seiten an.

Semantik & HTML-Struktur

Semantisches HTML
Markup, das die Bedeutung von Inhalten beschreibt – eine Navigation als <nav>, eine Aktion als <button> – und nicht nur deren Aussehen. Das Fundament für Barrierefreiheit, SEO und wartbaren Code. Siehe Was ist semantisches HTML?
Landmark
Bereichsrolle, die Maschinen das Grundgerüst einer Seite verrät (etwa <header>, <nav>, <main>, <footer>). Screenreader springen damit direkt zwischen den Bereichen. Siehe Landmarks & Dokument-Outline
Dokument-Outline
Die aus den Überschriften (<h1><h6>) gebildete Gliederung einer Seite. Sie sollte der inhaltlichen Logik folgen, nicht der Optik. Siehe Überschriften-Hierarchie
Generisches Element (div / span)
Elemente ohne eigene Bedeutung. Als reine Layout- oder Stil-Container sinnvoll, aber kein Ersatz für ein passendes semantisches Element. Siehe div vs. span
„div-Suppe"
Abwertend für Markup, das fast nur aus geschachtelten <div>s besteht und so jede Semantik verliert. Siehe „div-soup" vermeiden
Disclosure (Auf-/Zuklapp-Muster)
Ein Bedienelement, das einen zugehörigen Inhalt ein- und ausblendet – nativ am einfachsten mit <details> und <summary>. Siehe Akkordeons

Barrierefreiheit & ARIA

Barrierefreiheit (a11y)
Gestaltung, die Inhalte für möglichst alle nutzbar macht – unabhängig von Sehkraft, Motorik, Gehör oder Eingabegerät. Die Abkürzung „a11y" steht für die 11 Buchstaben zwischen a und y. Siehe Barrierefreie Komponenten
ARIA (WAI-ARIA)
Ein Satz von Attributen, der HTML um Rollen und Zustände ergänzt – aber nur dort, wo native Elemente nicht reichen. Erste Regel: lieber das passende HTML-Element als ARIA. Siehe Die erste Regel von ARIA
Rolle / State / Property
Die drei ARIA-Bausteine: was ein Element ist (role), sein veränderlicher Zustand (z. B. aria-expanded) und feste Eigenschaften (z. B. aria-label). Siehe Rollen, States & Properties
Accessibility Tree
Die vom Browser aus dem DOM abgeleitete Struktur, die Screenreader und andere Hilfsmittel auslesen. Gutes Markup erzeugt einen sauberen Baum – fast von allein. Siehe Die erste Regel von ARIA
Live-Region
Ein Bereich, dessen Änderungen ein Screenreader ansagt, ohne dass der Fokus dorthin springt (aria-live) – etwa für Statusmeldungen. Siehe Live-Regionen
Screenreader
Software, die Bildschirminhalte vorliest oder auf einer Braillezeile ausgibt – etwa NVDA, VoiceOver oder JAWS. Siehe Screenreader-Grundlagen
Ein Sprunglink am Seitenanfang, der Tastatur- und Screenreader-Nutzende direkt zum Hauptinhalt bringt und die Navigation überspringt. Siehe Skip-Links
Alt-Text
Die Textalternative eines Bildes (Attribut alt), die seine Funktion oder Aussage vermittelt. Rein dekorative Bilder bekommen ein leeres alt="". Siehe Alt-Texte richtig schreiben
Sichtbarer Fokus
Die deutlich erkennbare Markierung des Elements, das gerade Tastaturfokus hat. Niemals ersatzlos entfernen. Siehe Tastatur & Fokus

WCAG & Recht

WCAG
Die Web Content Accessibility Guidelines – der internationale Standard für barrierefreie Web-Inhalte, aktuell in Version 2.2. Siehe WCAG 2.1 & 2.2 erklärt
POUR
Die vier WCAG-Prinzipien: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich, robust (englisch perceivable, operable, understandable, robust). Siehe Die vier Prinzipien (POUR)
Erfolgskriterium
Eine einzelne, prüfbare WCAG-Anforderung, jeweils einer Stufe (A, AA, AAA) zugeordnet. Siehe WCAG 2.1 & 2.2 erklärt
Konformitätsstufen (A / AA / AAA)
Die Abstufung der WCAG-Anforderungen. AA ist der in Praxis und Recht übliche Zielwert. Siehe Konformitätsstufen A / AA / AAA
BFSG
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz – die deutsche Umsetzung des European Accessibility Act. Es gilt seit dem 28. Juni 2025 für viele private Angebote. Siehe BFSG einfach erklärt
EAA (European Accessibility Act)
Die EU-Richtlinie 2019/882, die EU-weit Barrierefreiheit für bestimmte Produkte und Dienste vorschreibt. In Deutschland umgesetzt durch das BFSG. Siehe BFSG einfach erklärt
EN 301 549
Die europäische Norm, die die technischen Anforderungen bündelt und dafür im Kern auf die WCAG (2.1 AA) verweist. Siehe BFSG einfach erklärt
BITV 2.0
Die Verordnung für die Barrierefreiheit öffentlicher Stellen in Deutschland – ein eigener Rechtsweg, der nicht mit dem BFSG zu verwechseln ist. Siehe BFSG einfach erklärt
Kontrastverhältnis
Der messbare Helligkeitsunterschied zwischen Vorder- und Hintergrund. Richtwert: 4,5 : 1 für normalen Text. Siehe Farbkontraste
Barrierefreiheitserklärung
Die öffentliche Auskunft über den Stand der Barrierefreiheit eines Angebots – samt bekannter Lücken und Feedback-Weg. Siehe Barrierefreiheitserklärung erstellen und die Erklärung dieser Website

SEO & KI

SEO
Suchmaschinenoptimierung. Saubere Semantik und eine klare Struktur sind dabei die halbe Miete. Siehe Semantik & SEO
GEO (Generative Engine Optimization)
Inhalte so aufbereiten, dass KI-Antwortsysteme sie korrekt erfassen und zitieren. Siehe GEO-Grundlagen
Strukturierte Daten / Schema.org
Maschinenlesbare Auszeichnung von Inhalten (meist als JSON-LD), die Suchmaschinen und KI explizite Fakten liefert. Siehe Strukturierte Daten / Schema.org
llms.txt
Eine vorgeschlagene Textdatei im Web-Root, die KI-Systemen die wichtigsten Inhalte einer Website gebündelt zugänglich macht. Siehe llms.txt einrichten
Web-Crawler / KI-Crawler
Automatische Programme, die Seiten abrufen: klassische Suchmaschinen-Bots (Googlebot) und KI-Bots (GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot). Sie werten dieselbe HTML-Struktur aus wie alle anderen. Siehe Strukturierte Daten
Core Web Vitals
Googles Messwerte für Ladeerlebnis und Stabilität: LCP (Ladezeit), CLS (Layout-Stabilität) und INP (Reaktionszeit). Siehe Core Web Vitals
E-E-A-T
Experience, Expertise, Authoritativeness, Trust – Qualitätssignale, mit denen Google die Vertrauenswürdigkeit von Inhalten und ihren Autoren einschätzt. Siehe Semantik & SEO

Wer liest hier eigentlich mit? Maschinenlesbarkeit betrifft längst nicht nur Screenreader. Auch Suchmaschinen-Crawler (Googlebot) und KI-Crawler (GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot) werten dieselbe HTML-Struktur aus. Sauberes Markup bedient alle drei gleichzeitig – und steuern lässt sich der Zugriff über die robots.txt.

Fazit

Begriffe sind Werkzeug, kein Selbstzweck. Wenn dieses Glossar dabei hilft, einen Artikel ohne Stocken zu lesen, hat es seinen Job getan. Von hier aus passen besonders die Cheat-Sheets & Checklisten zum schnellen Abhaken, die Snippet-Bibliothek für den passenden Code und die Tools zum Nachmessen.