WCAG & BFSG · WCAG in der Praxis
BITV-Test, Audit & VPAT
Der BITV-Test ist ein standardisiertes deutsches Prüfverfahren mit 98 Prüfschritten, das geschulte Prüferinnen und Prüfer gegen die EN 301 549 anwenden; ein Audit ist der Oberbegriff für jede fachliche Barrierefreiheitsprüfung, und ein VPAT ist lediglich die Vorlage, mit der ein Hersteller den Stand seines Produkts dokumentiert. Kurz: Der BITV-Test ist ein Verfahren, das Audit eine Dienstleistung, das VPAT ein Formular – drei Dinge, die regelmäßig durcheinandergehen.
Selbst testen bringt dich weit – aber irgendwann braucht es einen unabhängigen, methodischen Blick. Spätestens wenn eine Barrierefreiheitserklärung belastbar sein soll, ein Ausschreibungstext einen Nachweis verlangt oder die Marktüberwachung nachfragt, ist die Eigenprüfung am Ende. Dieser Artikel ordnet die drei Begriffe ein und zeigt, was bei einem BITV-Test tatsächlich passiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Der BIK BITV-Test umfasst 98 Prüfschritte, mit denen 88 Anforderungen geprüft werden – nicht die oft genannten „rund 60“. Die gehören zum WCAG-Test, einer anderen Variante mit 60 Prüfschritten.
- Geprüft wird gegen die gesamte EN 301 549, nicht nur gegen deren Web-Kapitel. Deshalb zählen auch Dokumentation, Support-Kanäle und Videofunktionen dazu.
- Das Punktesystem ist seit dem 15. März 2019 abgeschafft. „90plus“ und „95plus“ gibt es nicht mehr; jede Anforderung ist erfüllt oder nicht.
- Du kannst den BITV-Test nicht selbst durchführen. Er wird von der DIAS GmbH koordiniert und von geschulten Prüfstellen abgenommen, inklusive externer Qualitätssicherung durch eine zweite Person.
- Die Prüfstelle wählt die Seiten aus, nicht du: mindestens 3 bei einfachen Angeboten, 5 bis 10 und mehr bei komplexen – jeweils samt vollständiger Prozesse wie Login oder Checkout.
- Automatische Werkzeuge finden nur ein Viertel bis die Hälfte aller Barrieren. Sie prüfen, ob ein Attribut vorhanden ist, nicht ob sein Inhalt stimmt.
- Den Preis treiben Seitentypen und Prozesse, nicht die Seitenzahl – und der Zustand der Vorarbeit, den du selbst in der Hand hast.
- Stand August 2026 gibt es die Variante „BITV-Test + WCAG 2.2“, die seit November 2024 den aktuellen WCAG-Stand mit abdeckt.
Abgrenzung – hier geht es um die Prüfung durch andere. Ablauf, Prüfschritte und Kosten eines beauftragten BITV-Tests. Was die Verordnung selbst verlangt, steht unter BITV 2.0 erklärt. Wie du vorher selbst prüfst, steht unter Barrierefreiheit selbst testen.
Warum automatische Tests nicht reichen
Werkzeuge wie axe oder Lighthouse finden zuverlässig nur einen Teil aller Barrieren – Schätzungen reichen von einem Viertel bis zur Hälfte. Der Grund ist strukturell und nicht durch bessere Software behebbar: Automaten prüfen, ob ein Attribut vorhanden ist, nicht ob sein Inhalt stimmt.
| Was der Automat sieht | Was er nicht beurteilen kann |
|---|---|
alt ist vorhanden |
ob der Alt-Text den Bildinhalt trifft |
| Kontrastwert 4,7:1 | ob Information allein über Farbe transportiert wird |
<h1>–<h3> in Reihenfolge |
ob die Überschriften den Inhalt beschreiben |
aria-label gesetzt |
ob es dieselbe Bedeutung hat wie die sichtbare Beschriftung |
| Formularfeld hat ein Label | ob die Fehlermeldung verständlich ist |
| Element ist fokussierbar | ob die Fokusreihenfolge logisch ist |
Ein alt="Bild" besteht jeden automatischen Test und ist trotzdem wertlos. Den Rest klärt nur eine menschliche, methodische Prüfung – und genau die standardisiert der BITV-Test.
Der BITV-Test im Detail
Der BIK BITV-Test existiert seit 2004/2005 und ist das etablierte deutsche Prüfverfahren. Er wird von der DIAS GmbH koordiniert und von einem bundesweiten Netz geschulter Prüfstellen durchgeführt – man kann ihn nicht selbst „machen“ und sich dann zertifizieren.
98 Prüfschritte, nicht 60
Die Zahl, die überall falsch kursiert: Der BITV-Test (Web) umfasst aktuell 98 Prüfschritte, mit denen 88 Anforderungen geprüft werden. Die oft genannten „rund 60“ gehören zu einer anderen Variante – dem WCAG-Test mit 60 Prüfschritten für 50 Anforderungen.
Der Unterschied ist inhaltlich bedeutsam: Der BITV-Test prüft gegen die gesamte EN 301 549, nicht nur gegen deren Web-Kapitel 9. Deshalb enthält er zusätzlich Prüfschritte zu Bereichen, die in den WCAG gar nicht vorkommen:
- Kapitel 5 – allgemeine Anforderungen (3 Prüfschritte),
- Kapitel 6 – Zwei-Wege-Sprachkommunikation (12 Prüfschritte),
- Kapitel 7 – Videofunktionen (9 Prüfschritte),
- Kapitel 9 – Web, das WCAG-Herzstück (rund 55 Prüfschritte),
- Kapitel 11.7/11.8 – Nutzereinstellungen und Autorenwerkzeuge,
- Kapitel 12 – Dokumentation und Support (5 Prüfschritte).
Der letzte Punkt überrascht viele: Ob die Hilfe und Dokumentation eines Angebots barrierefrei ist und ob der Support über einen zugänglichen Kanal erreichbar ist, gehört zur Konformität dazu. Seit November 2024 gibt es zusätzlich die Variante BITV-Test + WCAG 2.2, die den aktuellen WCAG-Stand mit abdeckt.
Die Bewertung: fünfstufig, aber binär im Ergebnis
Hier hat sich etwas Wichtiges geändert, das in vielen älteren Artikeln noch falsch steht. Bis 2019 gab es ein Punktesystem: 100 erreichbare Punkte, ab 90 Punkten „gut zugänglich“, ab 95 „sehr gut zugänglich“, dazu die Prüfzeichen „90plus“ und „95plus“.
Seit dem 15. März 2019 ist dieses Punktesystem abgeschafft. Der Grund ist systematisch sauber: Die WCAG-Konformität ist alles-oder-nichts – eine Seite erfüllt eine Stufe vollständig oder nicht. Ein Punktestand von 92 % ließ sich damit nicht in Einklang bringen.
Heute läuft die Bewertung zweistufig:
- Jeder Prüfschritt wird auf einer fünfstufigen Skala bewertet: erfüllt / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nicht erfüllt.
- Eine Anforderung gilt nur dann als konform, wenn alle zugehörigen Prüfschritte mit „erfüllt“ oder „eher erfüllt“ bewertet wurden. Alles darunter zählt als Nicht-Erfüllung.
Praktische Konsequenz: Ein bestandener BITV-Test ist anspruchsvoll. Es gibt keine Teilnote mehr, hinter der sich ein paar offene Punkte verstecken lassen. Wer „BIK-konform“ sein will, muss alle 88 Anforderungen auf allen geprüften Seiten erfüllen.
Welche Seiten geprüft werden
Ein häufiges Missverständnis: Man kann sich die Prüfseiten nicht aussuchen. Die Auswahl trifft die Prüfstelle unabhängig und repräsentativ. Als Faustzahl gilt:
- mindestens 3 Seiten bei einfachen, kleinen, einheitlich gestalteten Angeboten,
- 5 bis 10 oder mehr Seiten bei komplexen Angeboten.
Dabei geht es nicht um beliebige Einzelseiten, sondern um die typischen Seitentypen und – wichtig – um vollständige Prozesse. Ein Kontaktformular oder ein Checkout wird von Anfang bis Ende durchlaufen, weil die Konformitätsbedingungen das so verlangen.
Ablauf und Prüfzeichen
- Einzelprüfung durch eine geschulte Prüferin oder einen Prüfer, Schritt für Schritt entlang des Katalogs, mit Befund und Screenshot je Mangel.
- Externe Qualitätssicherung durch eine zweite, unabhängige Person – der Schritt, der den BITV-Test von einem gewöhnlichen Audit unterscheidet.
- Bericht – automatisch erzeugt als HTML und als PDF/UA, also selbst barrierefreies PDF.
- Prüfzeichen – bei repräsentativer Auswahl und vollständiger Erfüllung das Siegel „BIK-konform“; ohne 100 % bleibt es beim Prüfbericht.
Für interne Zwecke gibt es zusätzlich die BITV-Selbstbewertung: dasselbe Prüfschema als Werkzeug zum Selbstausfüllen. Sie ist ein hervorragendes Vorbereitungsinstrument – aber kein Nachweis und kein Prüfzeichen.
Das Audit
„Audit“ ist der Oberbegriff für eine fachliche Prüfung – ohne geschützte Methodik und ohne Zweitprüfung. Das macht es flexibler und meist günstiger, aber auch weniger belastbar als Nachweis. Ein gutes Barrierefreiheits-Audit kombiniert mehrere Methoden:
- automatische Scans für die schnelle Masse,
- manuelle Prüfung gegen die WCAG-Kriterien,
- Tastatur-Durchlauf ohne Maus,
- Screenreader-Test mit echten Hilfsmitteln (etwa NVDA oder VoiceOver),
- Zoom und Reflow auf 400 %,
- Tests mit echten Nutzern, wo möglich.
Das Ergebnis ist ein priorisierter Maßnahmenkatalog – nicht nur „was ist kaputt“, sondern „was zuerst reparieren“. Ein Befund ohne Priorisierung und ohne Lösungsvorschlag ist ein schlechtes Audit.
BITV-Test oder Audit – was wann?
| BITV-Test | Audit | |
|---|---|---|
| Methodik | standardisiert, 98 Prüfschritte | frei, je nach Anbieter |
| Zweitprüfung | verpflichtend | in der Regel nicht |
| Ergebnis | Konformitätsaussage + Prüfzeichen | Maßnahmenkatalog |
| Prüfumfang | repräsentative Seitenauswahl | frei verhandelbar |
| Stärke | belastbarer Nachweis | Tiefe, Beratung, Priorisierung |
| Typischer Anlass | Nachweispflicht, Ausschreibung | Verbesserung während der Entwicklung |
Mein Rat aus der Praxis: Erst Audit, dann BITV-Test. Ein Audit während der Entwicklung findet die Probleme, solange sie günstig zu beheben sind. Der BITV-Test am Ende bestätigt das Ergebnis. Umgekehrt zahlt man teures Geld dafür, dass jemand eine lange Mängelliste standardisiert aufschreibt.
VPAT und Konformitätsbericht
Ein VPAT® (Voluntary Product Accessibility Template) ist eine Vorlage des US-Branchenverbands ITI. Sie ist zunächst ein leeres Formular; ausgefüllt und mit dokumentierten Testergebnissen heißt sie ACR (Accessibility Conformance Report). Der Unterschied ist wichtig: „Wir haben ein VPAT“ heißt genau genommen „wir haben ein Formular“.
Das VPAT gibt es in mehreren Editionen, je nachdem, gegen welchen Standard dokumentiert wird:
- WCAG-Edition – nur die WCAG-Erfolgskriterien,
- Revised Section 508 – der US-Bundesstandard,
- EU-Edition – die EN 301 549, also der für Europa relevante Standard,
- INT-Edition – alle drei kombiniert, üblich bei international vertriebener Software.
Bewertet wird jedes Kriterium mit einer von vier Aussagen:
| Aussage | Bedeutung |
|---|---|
| Supports | vollständig erfüllt |
| Partially Supports | teilweise erfüllt – Einschränkungen müssen benannt werden |
| Does Not Support | nicht erfüllt |
| Not Applicable | trifft auf das Produkt nicht zu |
Bei „Partially Supports“ und „Does Not Support“ verlangt die Vorlage „Remarks and Explanations“ – eine Erklärung, was genau fehlt. Genau dort trennt sich Spreu von Weizen: Ein ACR, in dem überall „Supports“ ohne Anmerkungen steht, ist ein Warnsignal, kein Gütesiegel.
Im europäischen Kontext entspricht dem am ehesten die Barrierefreiheitserklärung bzw. ein Konformitätsbericht nach EN 301 549. Gemeinsam ist beiden: transparent machen, was erfüllt ist und was nicht.
Randnotiz – ehrlich schlägt makellos. Eine Erklärung, die offen benennt, was noch nicht barrierefrei ist (mit Plan zur Behebung), ist glaubwürdiger und rechtlich klüger als ein pauschales „voll konform“. Niemand erwartet Perfektion – aber Transparenz. Ein geschöntes VPAT fällt spätestens auf, wenn die Beschaffungsstelle selbst nachprüft, und beschädigt dann mehr als eine ehrliche Lücke es getan hätte.
Was ein Audit kostet – und was den Preis treibt
Pauschalpreise gibt es nicht, aber die Kostentreiber sind gut vorhersehbar:
- Anzahl der Seitentypen, nicht der Seiten. 5 000 Nachrichtenartikel aus einer Vorlage sind ein Seitentyp; fünf handgebaute Landingpages sind fünf.
- Anzahl der Prozesse. Login, Checkout, Formularstrecken – jeder Ablauf muss vollständig durchlaufen werden.
- Komponentenkomplexität. Datentabellen, Karten, Diagramme, Media-Player und Comboboxen kosten Prüfzeit, statische Textseiten kaum.
- Zustand der Vorarbeit. Ein Angebot, das offensichtliche Fehler noch enthält, verbraucht Prüfzeit für Befunde, die du selbst hättest finden können.
Der letzte Punkt ist der Hebel, den du selbst in der Hand hast: Je mehr du mit eigenen Mitteln findest und behebst, desto mehr Prüfzeit fließt in die schwierigen Fälle statt in fehlende Alt-Texte.
Den Aufwand je Prüfstufe in Personentagen und eine Checkliste für ein vergleichbares Angebot findest du unter Was kostet eine barrierefreie Website? – dort läuft das Kostenthema für die ganze Website zusammen.
So bereitest du dich vor
- Automatisch vorscannen und alles beheben, was ein Werkzeug findet – das ist die Pflicht, nicht die Kür.
- Tastatur-Durchlauf durch jeden wichtigen Prozess, ohne Maus. Findet erfahrungsgemäß die meisten schweren Fehler.
- Seitentypen und Prozesse auflisten – diese Liste braucht die Prüfstelle ohnehin für das Angebot.
- Bekannte Lücken dokumentieren, statt sie zu verschweigen. Sie kommen ohnehin heraus, und die Liste ist die Grundlage für die Erklärung.
- Zuständigkeit klären: Wer behebt die Funde? Ein Bericht ohne Budget für die Umsetzung ist verlorenes Geld.
Häufige Fehler
- Nur automatisch testen und glauben, „0 Fehler“ heiße barrierefrei.
- Die alte Punktzahl zitieren. „90plus“ und „95plus“ gibt es seit 2019 nicht mehr – wer damit wirbt, arbeitet mit veralteten Informationen.
- BITV-Test und Audit verwechseln. Nur der BITV-Test hat eine standardisierte Methodik samt Zweitprüfung.
- „Wir haben ein VPAT“ als Nachweis anführen. Erst das ausgefüllte ACR mit Testergebnissen sagt etwas aus.
- Audit zu spät beauftragen, wenn alles schon gebaut ist.
- Bericht in die Schublade legen, statt die Funde zu priorisieren und abzuarbeiten.
- VPAT/Erklärung schönfärben – das fällt beim ersten echten Test auf.
- Nur Einzelseiten prüfen lassen statt vollständiger Prozesse.
Häufige Fragen
Wo kann ich einen BITV-Test machen lassen?
Bei einer der geschulten Prüfstellen des BIK-Prüfverbunds; die aktuelle Liste führt bitvtest.de. Selbst durchführen und sich anschließend zertifizieren geht nicht – zum Verfahren gehört die externe Qualitätssicherung durch eine zweite, unabhängige Person. Für das Angebot braucht die Prüfstelle eine Liste deiner Seitentypen und Prozesse; wer die vorher erstellt, bekommt schneller einen belastbaren Preis.
Welche Werkzeuge nutzt der BITV-Test?
Der BITV-Test ist ein manuelles Verfahren – die Werkzeuge unterstützen nur. Im Einsatz sind der HTML-Validator, Kontrastmessung, Screenreader wie NVDA und VoiceOver, die Tastaturbedienung und Prüfwerkzeuge wie axe oder WAVE für die automatisierbaren Anteile. Zusätzlich gibt es die BITV-Selbstbewertung: dasselbe Prüfschema zum Selbstausfüllen. Sie ist ein gutes Vorbereitungsinstrument, aber kein Nachweis und kein Prüfzeichen.
Wie viele Prüfschritte hat der BITV-Test?
98 Prüfschritte für 88 Anforderungen (Variante Web). Die häufig genannten „rund 60“ beziehen sich auf den WCAG-Test mit 60 Prüfschritten für 50 Anforderungen – der prüft nur die WCAG, nicht die gesamte EN 301 549.
Gibt es beim BITV-Test noch Punkte?
Nein. Das Punktesystem mit den Schwellen 90 und 95 wurde am 15. März 2019 abgeschafft, zusammen mit den Prüfzeichen „90plus“ und „95plus“. Heute gilt: Alle Anforderungen erfüllt oder nicht konform.
Brauche ich als privates Unternehmen einen BITV-Test?
Pflicht ist er nicht. Das BFSG verlangt Barrierefreiheit, aber kein bestimmtes Prüfverfahren. Für viele reicht zunächst ein gutes Audit plus eine ehrliche Erklärung – der BITV-Test ist der belastbarste, aber nicht der einzige Weg.
Was kostet ein Audit?
Das hängt stark von Seitentypen, Prozessen und Komponentenkomplexität ab. Ein gezielter Test der wichtigsten Vorlagen und Abläufe ist oft günstiger und wirksamer als „alles“. Vorarbeit senkt die Kosten spürbar. Den Aufwand je Prüfstufe und die Checkliste für die Angebotsanfrage findest du unter Was kostet eine barrierefreie Website?.
Kann ich den BITV-Test selbst durchführen?
Nein, nicht mit Zertifizierungswirkung – er wird von geschulten Prüfstellen durchgeführt und extern qualitätsgesichert. Für die Vorbereitung gibt es aber die offizielle BITV-Selbstbewertung mit demselben Prüfschema.
Wie lange ist ein Prüfergebnis gültig?
Formal unbegrenzt, praktisch bis zur nächsten größeren Änderung. Ein Relaunch, ein neues CMS-Template oder ein neu eingebundenes Widget können die Aussage hinfällig machen – deshalb gehört zur Barrierefreiheitserklärung immer ein Prüfdatum.
Kann ich vorab selbst prüfen?
Unbedingt. Je mehr du mit den eigenen Mitteln findest und behebst, desto günstiger und ergiebiger wird das professionelle Audit.
BFSG-Prüfung starten Der schnellste Einstieg vor dem Audit: 16 Fragen, Risiko-Bewertung und priorisierte Handlungsfelder – kostenlos.
Fazit
Automatische Tests sind die Basis, aber kein Nachweis – sie finden höchstens die Hälfte der Barrieren und können Inhalte nie beurteilen. Der BITV-Test ist das standardisierte, menschliche Prüfverfahren mit 98 Prüfschritten, fünfstufiger Bewertung und verpflichtender Zweitprüfung; Punkte und Prozentwerte gibt es seit 2019 nicht mehr, es gilt alles-oder-nichts. Das Audit ist die freiere, beratende Prüfung mit priorisiertem Maßnahmenkatalog, VPAT/ACR die Dokumentationsvorlage – wertvoll nur mit ehrlichen Anmerkungen. Den größten Hebel hast du, wenn du selbst gründlich vorprüfst und die externe Prüfung gezielt auf die wichtigen Abläufe ansetzt.
Quellen
- Beschreibung des Prüfverfahrens (Web) – Prüfschritte, Bewertungsskala, Seitenauswahl (BIK BITV-Test)
- Prüfschritte BITV-Test / EN 301 549 (Web) – der vollständige Katalog
- ACR/VPAT FAQ – Editionen und Konformitätsaussagen (Section508.gov)
- EN 301 549 V3.2.1 – der geprüfte Standard (PDF)