Semantisches HTML · Interaktive & Medien-Elemente
Semantische Medien: audio, video & track
Bevor es Plugins und schwere JavaScript-Player gab, brachte HTML eigene Elemente für Ton und Bewegtbild mit: <audio> und <video>, ergänzt durch <source> und <track>. Sie sind semantisch eindeutig, bringen Bedienelemente mit und sind die Grundlage für jeden zugänglichen Media-Player.
video & audio mit controls
Das controls-Attribut liefert die nativen, barrierefreien Bedienelemente – tastaturbedienbar und beschriftet:
<video controls width="800" height="450" poster="/img/vorschau.webp">
<source src="/video/clip.webm" type="video/webm" />
<source src="/video/clip.mp4" type="video/mp4" />
Dein Browser kann dieses Video nicht abspielen.
</video>
<audio controls>
<source src="/audio/folge.mp3" type="audio/mpeg" />
</audio>
Der Text zwischen den Tags ist ein Fallback für Browser, die das Element nicht abspielen können.
source: mehrere Formate anbieten
Mit mehreren <source>-Elementen bietest du dasselbe Medium in verschiedenen Formaten an; der Browser nimmt das erste, das er versteht. So deckst du moderne (WebM, AV1) und breit unterstützte Formate (MP4) zugleich ab.
track: Untertitel und Kapitel
Das <track>-Element fügt Textspuren hinzu – der Schlüssel zur Barrierefreiheit von Video. Es kennt mehrere Arten:
kind |
Wofür |
|---|---|
captions |
Untertitel inkl. Geräuschen (für Gehörlose) |
subtitles |
Übersetzungs-Untertitel |
descriptions |
textuelle Audiodeskription |
chapters |
Kapitelmarken zur Navigation |
<video controls>
<source src="/video/clip.mp4" type="video/mp4" />
<track kind="captions" src="/video/clip.de.vtt" srclang="de" label="Deutsch" default />
</video>
Die Untertitel liegen als WebVTT-Datei (.vtt) vor – eine abschalt- und skalierbare Textspur, kein ins Bild gebranntes Pixel. Welche Alternativen die WCAG verlangen, vertieft Untertitel & Transkripte.
Randnotiz – Medien sind Schwergewichte. Video ist meist das größte Element einer Seite.
preload="metadata"statt des ganzen Clips, feste Maße gegen Layout-Sprünge und der Verzicht auf Autoplay schonen LCP und Datenvolumen. Semantik und Performance gehen auch hier Hand in Hand.
Häufige Fehler
-
controlsweggelassen ohne eigenen, vollständigen Player-Ersatz. -
Keine
<track>-Untertitel – Video ohne Textspur ist nicht zugänglich. - Untertitel ins Bild gebrannt statt als abschaltbare Spur.
- Autoplay mit Ton – aufdringlich und ein WCAG-Verstoß.
- Nur ein Exotenformat ohne breit unterstütztes Fallback.
Häufige Fragen
Brauche ich <source> oder reicht src am video?
Für ein einzelnes Format genügt src. Mehrere <source> lohnen, wenn du verschiedene Formate für beste Kompatibilität und Kompression anbietest.
Was ist WebVTT?
Ein einfaches Textformat für Untertitel und Kapitel: Zeitstempel plus Text. Es wird über <track> eingebunden und ist abschaltbar.
Wie mache ich den Player zugänglich?
Am einfachsten mit den nativen controls. Eigene Bedienelemente sind möglich, aber aufwendig – Details auf Barrierefreier Media-Player.
Fazit
<video> und <audio> mit controls, <source> für mehrere Formate und <track> für Untertitel und Kapitel bilden ein vollständiges, semantisches Medien-Set – ganz ohne fremde Player. Mit echten Textspuren statt eingebrannter Untertitel und ohne Autoplay sind sie die Basis für zugängliche Medien.