WCAG & BFSG · WCAG-Referenz: Wahrnehmbar
WCAG 1.4.5: Bilder von Text
Wo Text die Aufgabe erfüllen kann, muss echter Text verwendet werden – kein in Bilder gerenderter Text. Ausgenommen sind Logos (Text als Teil der Marke) und Fälle, in denen die konkrete Darstellung essenziell ist oder der Nutzer sie anpassen kann. (Englisch: Images of Text.)
| Stufe | Prinzip | Teil der WCAG seit | Rechtlich verbindlich? |
|---|---|---|---|
| AA | Wahrnehmbar | 2.0 (2008) | Ja – über EN 301 549 in BFSG & BITV |
Was verlangt das Kriterium?
Text im Bild ist eingefrorener Text: Er wird beim Zoomen pixelig, ignoriert Nutzer-Einstellungen (Schriftart, Abstände, Farben, Kontrastmodi), lässt sich nicht markieren, nicht übersetzen, nicht durchsuchen – und braucht obendrein einen Alt-Text, der exakt denselben Inhalt dupliziert. Die typischen Sünder: Veranstaltungs-Banner mit allen Details nur im Bild, Speisekarten als Foto, Angebots-Kacheln aus dem Grafikprogramm, Social-Media-Sharepics 1:1 auf der Website übernommen.
Wen betrifft es besonders?
Sehbehinderte Menschen, die vergrößern oder eigene Farben/Schriften erzwingen; Menschen mit Legasthenie, die angepasste Schriften nutzen; dazu jeder, der zitieren, kopieren oder übersetzen will – und Suchmaschinen, für die Bild-Text unsichtbar ist.
Richtig & falsch im Code
<!-- Falsch: Veranstaltungsinfo existiert nur als Pixel -->
<img src="/img/workshop-banner.png"
alt="Workshop Barrierefreiheit, 12. Mai, 10–17 Uhr, Rathaus Köln, 89 €" />
<!-- Richtig: echter Text, per CSS gestaltet – Bild nur als Deko -->
<section class="banner">
<h2>Workshop Barrierefreiheit</h2>
<p><time datetime="2026-05-12">12. Mai</time>, 10–17 Uhr · Rathaus Köln · 89 €</p>
</section>
Mit Webfonts, CSS-Verläufen, Schatten und clip-path gibt es heute kaum noch einen visuellen Grund für Text-im-Bild – fast alles, was das Grafikprogramm kann, kann CSS auch, nur eben zugänglich.
So testest du es
- Markier-Test: Lässt sich jeder sichtbare „Text“ mit der Maus markieren? Was sich nicht markieren lässt, ist ein Bild.
- Zoom-Test: Bei 200–400 % wird Bild-Text pixelig – echter Text bleibt scharf.
- Redaktions-Workflow prüfen: Kommen Banner und Kacheln als fertige Grafiken aus dem Marketing? Dann braucht es ein Template mit echtem Text – sonst kehrt das Problem monatlich zurück.
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